Seit mehr als dreißig Jahren besucht der sogenannte Musikphilosoph Reger mit zwanghaft wirkender Regelmäßigkeit das Kunsthistorische Museum. Er lässt sich vormittags für zwei Stunden auf einer Sitzbank in der Gemäldegalerie nieder, um von dort aus das Bildnis eines weißbärtigen Mannes in den Blick zu nehmen. Reger verfolgt die Absicht, in den ausgestellten Kunstwerken der Alten Meister jeweils einen „gravierenden Fehler“ zu entdecken – am perfekt erscheinenden „Weißbärtigen Mann“ sucht er diesen schon besonders lange.
An seiner Seite steht der Museumswärter Jenö Irrsigler, hält die Sitzbank für ihn frei und störende Besuchergruppen von ihm fern. Beide haben über die Jahrzehnte ein intimes Naheverhältnis entwickelt, im Zuge dessen der Museumswärter immer mehr zum „Sprachrohr“ des Musikphilosophen wurde. Zudem hat Irrsigler als Ehestifter Bedeutung für Regers Leben erlangt: durch sein Zutun hat Reger seine Gemahlin in der Gemäldegalerie kennengelernt.
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