„Diese Stadt, die plötzlich aus dem Nichts entsteht, ist eine besondere Stadt. Nicht die der
Wirklichkeit. Es ist die Stadt eines ganz bestimmten Menschen.”
Mit einer opulenten Lobby, Liftboys, Concierges und Köchen präsentiert sich das Hilton Addis Abeba als großes Hotel wie jedes andere. Eröffnet wurde es in den 1960er-Jahren von Äthiopiens umstrittenem Kaiser Haile Selassie, der von manchen als modernisierender, antikolonialer Held und als Messias im Rastafari-Glauben verehrt, von anderen jedoch dafür kritisiert wurde, während seiner 44-jährigen Herrschaft Armut ignoriert und Dissens unterdrückt zu haben.
Inspiriert von ihrer kindlichen Faszination für Kaiser Selassie wählt Ruth Beckermann das Hotel, in dem Hochzeiten, Seminare, Modeschauen und Konferenzen stattfinden, als Ausgangspunkt für ihre Erkundung der vielschichtigen Vergangenheit und Gegenwart des Landes. In ihrer Suche bleibt sie größtenteils auf dem Hotelgelände, bewegt sich zwischen Fakt und Fiktion, zwischen Vertraut
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